Aus einer Galavorstellung wurde ein gefühlter "Arbeitssieg"

Geschrieben von Andreas Brandt am . Veröffentlicht in 1. Damen

Spielbericht HSG Liebenburg-Salzgitter – SV Schedetal Volkmarshausen 26:21 (17:8)

Für die HSG Liebenburg stand viel auf dem Spiel. Es ging gegen einen direkten Mitbewerber um den Klassenerhalt. Die SV Schedetal Volkmarshausen ist genau wie Liebenburg Aufsteiger in die Landesliga und lag mit nur einem Punkt Rückstand, 2 Plätze hinter der HSG. Wollte man den Abstiegsplätzen fernbleiben, musste ein Sieg her.

Und so begann die Heimsieben auch mit höchster Konzentration und mit absolutem Willen diese Partie klar für sich zu entscheiden. Die ersten 3 Angriffe wurden sofort in Tore umgemünzt und die defensive stehende Abwehr war von der ersten Sekunde an auf der Höhe und ließen kaum Möglichkeiten für die Gäste zu. So konnte sich die HSG nach 18 Minuten über 3:0, 6:3 bis zum 10:4 schon mit 6 Treffern absetzen. Immer häufiger konnte die stabile Abwehr nun auch schnelle Bälle erobern und diese mit hohem Tempo zum Torerfolg nutzen. Zur Halbzeit stand es dann 17:8, es war eine Demonstration von starker Abwehrleistung und schnellem Umschaltspiel. Aber auch wenn Schedetal noch rechtzeitig die Ordnung in die eigenen Abwehr hinbekam, glänzten die Liebenburgerinnen mit Übersicht und Spielwitz und beeindruckten mit perfekt umgesetzten Spielvarianten.

In der Halbzeitpause war eines klar, wenn jemand den Gegner zurück ins Spiel bringt, dann kann das nur die HSG selbst schaffen. Deshalb sollte der Druck weiterhin hochgehalten werden und die Angriffe mit der gleichen Konzentration vorgetragen werden, wie schon im ersten Durchgang. Die Räume des SV Schedetal werden sich weiter öffnen und diese galt es konsequent weiter zu bearbeiten.

Die 2. Halbzeit konnte man dann in 3 Teile zerlegen. Zwar begann LiSa wieder mit hohem Einsatz und viel Disziplin, aber man konnten den Vorsprung in den ersten 10 Minuten bei 20:12 nicht weiter ausbauen. Dann wurde es hektisch, auf beiden Seiten, das Spiel schwappe hin und her. Ein 3:0 Lauf für die Gäste, gefolgt vom einem 3:0 Lauf für Liebenburg. In der 52. Minuten war der Vorsprung weiterhin bei 9 Toren. Die verbleibenden 8 Minuten verhagelten den Gastgeberinnen aber den starken Auftritt der ersten Halbzeit dann völlig. Wirkten die vergangen 20 Minuten schon völlig hektisch und lange schon nicht mehr so souverän, kassierte Liebenburg in den verbleibenden 5 Minuten noch 2 völlig unnötige Zeitstrafen und verlor diese Phase mit 1:4 und damit auch die 2. Halbzeit mit 9:13.

Auf der Anzeigetafel stand aber ein 26:21 Sieg für die HSG. Ziel erfüllt. So richtig Freude kam bei der Mannschaft aber nicht auf. Zu zerfahren war die 2. Halbzeit. Es wirkte nun mehr wie ein dreckiger Arbeitssieg, als wie eine Galavorstellung. „In der Halbzeit habe ich noch angesprochen, nicht auf die Anzeigentafel zu schauen und weiter mit vollster Konzentration und unbändigem Willen diese Partie zu ende zu spielen. Es hätte eine Demontage werden können. Aber nach 5 Minuten in der 2. Halbzeit hat es klick gemacht, die Spielerinnen schalteten ihren Kopf dazu und alles läuft völlig aus dem Ruder. Die Körperspannung lies nach, die Konzentration war auf Talfahrt, Ergebnis davon sind dann technische Fehler, Fehlpässe, schlechte Abschlüsse und unnötige Einzelaktion. Die Lücken wurden nicht mehr angelaufen und das Tempo völlig verschleppt. Natürlich haben wir das Spiel gewonnen und dieser Sieg war von Minute 4 an auch nie in Gefahr. Aber das Schlimme ist leider, das bei allen Spielerinnen eine totale Unzufriedenheit und Enttäuschung nach dem Schlusspfiff vorherrschte. Statt sich über die Punkte zu freuen, sah man in 14 lange Gesichter. Wirklich sehr, sehr schade“, so Trainer Brandt nach dem Abpfiff und fügte dann aber noch hinzu: “Jetzt müssen wir diesen Frust mit nach Dransfeld nehmen und ihn uns dort von der Seele spielen. Das wir spielen können, haben wir bewiesen und einer muss jetzt nun leider dafür herhalten.“

 

 

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