Pokalturnier

Geschrieben von Andreas Brandt am . Veröffentlicht in 1. Damen

Spielbericht 1. Pokalrunde gegen Northeimer HC II, VfL Wolfsburg und HSG Nord Edemissen

Samstag 25.08.2018 ab 14:00 Uhr, Gitterweg 1 in 38704 Liebenburg

 

 Am Samstag berichteten die Zeitung noch von großen Personalproblemen der HSG LiSa, und dass es nur darum geht, dass die Mannschaft nicht völlig deklassiert wird. Als Landesligaaufsteiger unter den etablierten Landesligisten und auch noch der Oberligaabteilung des VfL Wolfsburg, konnte einem schon Angst und Bange werden, mit Blick auf den Spielbogen, der von Torfrauen und Außenspielern beherrscht wurde.

Nach diesem Turnier kann man nur traurig auf alle Fans schauen, die den Weg nicht in die Halle gefunden hatten, denn was der Aufsteiger mit diesem dezimierten Kader präsentierte, sorgte häufig für lautes Raunen und Begeisterung bei den Zuschauern.

 

Im ersten Spiel, gegen den Northeimer HC II, ging es einfach nur darum, eine gute Abwehrleistung zu zeigen und möglichst lange mitzuhalten. Ruhig zu spielen und seine Chance zu suchen. Was folgte, war ein ausgeglichenes Spiel in dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Die Abwehrreihe der HSG präsentierte sich in einer ausgezeichneten Verfassung und was dann noch durchkam, wurde von den Torfrauen abgeräumt. So gelang Northeim lediglich 7 Tore in 30 Minuten. Aber auch der Angriff von Liebenburg erreichte nur 6 Treffer, hier lag es aber hauptsächlich an einer unfassbaren Chancenverwertung, allein 3 verworfene 7-Meter, sowie 4 Pfosten- und Lattenknaller. Das war aber nach dem Spiel völlig unwichtig für das Team von Trainer Brandt, alle waren froh, wenigstens ein Spiel mithalten zu können. Der Trainer kommentierte das Spiel nur kurz „Ich habe in meiner Zeit bei der HSG noch nie eine so disziplinierte Leistung dieser Mannschaft gesehen.“ Endstand 7:6 (4:3) für Northeim.

 

Das zweite Spiel hätte den Titel „Himmel und Hölle“ verdient, nur andersherum. Gegen den Oberligisten, der mit einer vollen Besetzung antrat, verfielen die Liebenburgerinnen in der ersten Hälfte in eine Schockstarre, wie Bambi im Scheinwerferlicht waren sie völlig regungslos und verloren Ball um Ball im eigenem Angriff. Nur die Abwehr konnte sich noch ein wenig gegen die anstehende Katastrophe wehren. Halbzeitstand 0:7! Ruhig redet Trainer Brandt in der Pause auf seine Schützlinge ein. Sie müssten wieder anfangen zu spielen und nicht alles durch Einzelaktionen retten wollen. Die Abwehr war gut, aber ohne Gegenwehr endet das Spiel mit Glück 2:20. Der Angriff wurde nun auf 2 Kreisläuferinnen umgestellt und die 2. Halbzeit angepfiffen. Der VfL schon siegessicher erlebte nun sein Waterloo. Über 1:8 und 2:9 arbeitete sich die HSG immer weiter heran. Beim 6:11 in der 25. Minute tobte der Trainer des VfL an der Außenlinie. Jetzt wurde der Oberligist richtig vorgeführt, es gelang ihnen nicht, den Schalter nochmal umzulegen und kassierten Tor um Tor. In Minute 29:24 erzielte die HSG das 10:11 und kam 10 Sekunden vor Schluss wieder an den Ball. Patricia Sulkowski rannt allein auf das VfL-Tor zu und wurde von einer VfL-Spielerin von hinten gezerrt und gezogen. Der Ball landet Sekundenbruchteile nach der Sirene im Tor. Kein Tor entschied das Schiedsrichtergespann, korrekt! Aber es hätte eine rote Karte für Wolfsburg und 7-Meter für die HSG geben müssen! Krasse Fehlentscheidung, wofür sich das Duo in schwarz im Nachgang auch entschuldigte. Für die Mannschaft der HSG LiSa, völlig egal, sie ließ sich wie Pokalheldinnen in der Halle feiern. 10:4 die 2. Halbzeit gewonnen. Der VfL verließ wortlos und mit hängenden Köpfen das Spielfeld und verschwand lange Zeit in der Kabine. Endstand 11:10 (7:0) für den VfL.

 

Wer beim dritten Spiel gegen die HSG Nord Edemissen (Tabellenzweiter in der Landesligasaison 17/18) nun dachte, was soll jetzt noch kommen, der musste sich anschnallen! Sicherlich war der Kader aus Edemissen ebenfalls sehr dünn besetzt und 2 weitere Verletzungen während des Turniers, sorgte dafür, dass das Team nun nur noch mit 5 Feldspielerinnen antrat. HSG LiSa Trainer Brandt fiel das aber erst nach 2 Minuten Spielzeit auf. Er nahm eine kurze Auszeit und obwohl Liebenburg mit 0:2 zurücklag, holte er eine Spielerin vom Feld und glich damit die Spieleranzahl aus. Unter großem Applaus aller Zuschauer und Sportler in der Halle, gewann die HSG Liebenburg auf jeden Fall zu diesem Zeitpunkt den „Fair Play“ Pokal. Die Mannschaft selbst kam damit anfangs überhaupt nicht zurecht und lag schnell 1:5 zurück. Halbzeitstand (7:11) für Edemissen. Brandt schwor seine Truppe nun ein letztes Mal ein und zeigte ihnen die nun deutlich größeren Räume auf. Wie auch in den Spielen zuvor, setzte die Mannschaft auch alle Ansagen 1zu1 um. Und kam immer besser ins Spiel, glich dann nach 26 Minuten erstmals aus. Nun siegte der Wille, Edemissen stehend k.o., wie ein taumelnder Boxer im Ring, konnte nun nur noch einstecken und verlor das Spiel. Endstand 16:15 (7:11).

 

Ein kurzes Fazit nach diesem Turnier von Trainer Andreas Brandt: „Am Samstagmorgen hatte ich nur gehofft, dass dieser Tag ganz schnell vorbeigehen möge. Es tat mir so leid für die Spielerinnen die dort in der Verantwortung standen. Immerhin fehlte uns der komplette linke Rückraum mit Danijel Hinze und Celina Bruns, auch Kreisspielerinn Carina Wenzel ist noch nicht einsatzfähig. Und dann noch die Hiobsbotschaft in der letzten Woche, das Spielmacherin Sara Radke sich schwerer verletzt hat. Vom Gefühl dachte ich, wir treten nur mit Außenspielerinnen und Torfrauen an.

Was dann geschah, kann ich immer noch nicht so richtig fassen. Niemand aus dem Team hat sich vor der Aufgabe gescheut. Alle habe Vollgas gespielt, so diszipliniert, jeder hat für jeden gekämpft, eine gigantische Mannschaftsleistung. Ich bin sehr stolz auf das gesamte Team, auch das die verletzten Spielerinnen das ganze Turnier über mit dabei waren. Ein super Teamgeist.

Am Samstagabend dachte ich dann eher, gibt uns noch einen Gegner, wir sind gerade warm.

Ich wünsche mir nun, dass wir das mit in die Saison tragen können, zumindest werden wir uns in schlechten Zeiten an diesen Spieltag wieder erinnern und Motivation daraus schöpfen.“

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